15 Return of the Retail Space

Der Niedergang des stationären Handels durch die Onlinekonkurrenz und dem damit verbundenen Leerstand innerstädtischer Handelsflächen ist laut einstimmiger Expertenmeinungen schon beschlossene Sache, die nur durch ausgefeilte (Omnichannel-) Konzepte zu verhindern wäre. Trotzdem setzt der stationäre Handel in fast allen Branchen die meisten Waren um und erzielt kumuliert immer noch die höchsten Umsätze.

Die Vorteile des stationären Handels, die sofortige Verfügbarkeit und das direkte Erleben von Produkten, sind nicht nur den Konsumenten offensichtlich, sondern auch immer mehr Onlinehändler sind sich dessen bewusst und suchen ihren Weg in die Fläche. Im Gegensatz zu Offline-Händlern, verfolgen diese meist andere Ziele mit ihrer stationären Präsenz. Handelsflächen werden zu Showrooms, die digitale Sortimente live erlebbar machen und neben der reinen Wahrnehmung der Marke im „Offline“- Alltag einen Anker zum digitalen Angebot des Unternehmens bilden. Daneben übernehmen die Filialen der Onlinehändler die Funktion innerstädtischer Logistikknotenpunkte, die nicht nur für schnelle, dezentrale Lieferungen sorgen, sondern auch die Grundlage für Konzepte wie Click & Collect bilden.

Während kleinere Brands über Pop-Up- und Shop-in-Shop-Konzepte erste zeitlich und räumlich limitierte Gehversuche in der Handelsfläche wagten, bringen sich aktuell große Anbieter wie Amazon oder Alibaba in Position, um im großen Stile offline tätig zu werden. Das neue Supermarktkonzept „Amazon Go“, das vollständig auf Personal verzichtet, lässt erahnen, welche Intention der E-Commerce Gigant verfolgt und welcher Konkurrenz sich auch der stationäre Lebensmittelhandel in Zukunft stellen muss.

Der Supermarkt ohne Kasse

Amazon hat mit „Amazon Go“ den ersten Supermarkt entwickelt, in dem den Kunden das Anstehen und Kassenprozedere erspart bleibt. In Seattle können registrierte Nutzer der „Amazon Go“-App ab 2017 mit ihrem Smartphone in dem 167 Quadratmeter großen Geschäft einkaufen, indem sie ganz normal ihre Produkte auswählen und der Griff ins Regal vom virtuellen Einkaufskorb der App registriert wird. Im Anschluss können die Kunden das Geschäft ohne weiteren Bezahlvorgang verlassen, da der Einkauf berührungslos über das Amazon-Konto abgerechnet wird. Die Technologie dahinter ist eine Kombination aus Deep Learning und Sensoren.

 6. Dezember 2016

Pop-up-Flächen für Onlinehändler

Das deutsche Start-up Store2be bietet eine Plattform an, auf der Onlinehändler Pop-up-Flächen bei Einzelhändlern buchen können, um Produkte offline zu präsentieren und messbare Ergebnisse per Performance-Tracking zu erhalten. Dafür müssen Unternehmen Angaben zu ihrer Zielgruppe machen, woraufhin Store2be passende Geschäfte für eine Promotionaktion vorschlägt. Während der Aktionen misst das Start-up die Livekommunikation vor Ort und generiert Key-Performance-Indikatoren. Unter anderem werden die WLAN-Signale der Smartphones in der Nähe und ihre genaue Entfernung gemessen, um das Interesse der Kunden vor Ort zu ermitteln.

 28. Juli 2016

An einem Ort leihen oder kaufen

Die Warenhauskette Neiman Marcus hat gemeinsam mit dem Mietservice Rent the Runway eine Shop-in-Shop-Verkaufsstelle eröffnet und bietet Kunden dort die Möglichkeit, Kleidungsstücke entweder zu kaufen oder anzumieten. Die Verkaufsstelle befindet sich in einer Neiman-Marcus-Filiale in San Francisco. Kunden werden dort von Stylisten bei der Zusammenstellung von Outfits beraten und wählen aus einer rotierenden Auswahl an Stücken der mehr als 400 teilnehmenden Designer. Über die dazugehörige Smartphone-Anwendung kann die Verfügbarkeit der Artikel eingesehen und die Anmietung im Voraus gebucht werden.

 20. Dezember 2016

Ladenfläche auf monatlicher Basis anmieten

Das Start-up Bulletin bietet Brands mit dem gleichnamigen Service die Möglichkeit, unterschiedliche Bereiche eines Pop-up-Shops in einer Toplage in New York City auf monatlicher Basis anzumieten. Die Marken haben auf ihrer angemieteten Fläche die komplette Kontrolle über die Präsentation und die Preisgestaltung ihrer Produkte. Über ein iPad können sie außerdem weitere Produkte zeigen und beispielsweise E-Mail-Adressen sammeln. So kann ohne finanzielles Risiko in einem Laden in Eins-a-Lage der Offlineverkauf von Produkten getestet oder auch ein neues Produkt gelauncht werden.

 3. März 2017

Walmart-Produkte in der Packstation abholen

Das Unternehmen Walmart hat in Oklahoma eine 24 Stunden am Tag geöffnete Packstation aufgestellt, wo Kunden ihre zuvor im Internet bestellten und bezahlten Lebensmittel abholen können. Die aus einem Sortiment von 30.000 Produkten ausgewählten Artikel werden nach der Bestellung von Walmart-Mitarbeitern zusammengestellt und in die teilweise mit Kühlaggregaten versehenen Packstationen gebracht. Die Kunden fahren anschließend an der Packstation vorbei, geben den bei der Onlinebestellung erhaltenen Code ein und können sogleich ihre fertig gepackte Einkaufstüte mit nach Hause nehmen.

 15. Juni 2017

Zalando bindet lokale Geschäfte ein

Der Onlinehändler Zalando will künftig lokale Einzelhändler in sein Geschäft einbinden. Im Rahmen des #IntegratedCommerce-Ansatzes soll es Einzelhändlern ermöglicht werden, mit geringem technologischen Aufwand zusätzliche Verkäufe an Onlinekunden zu generieren, ohne einen eigenen Onlineshop betreiben zu müssen. Mit Hilfe einer Partnersoftware gibt Zalando ausgewählte Bestellungen, die in seinem Onlineshop eingehen, an die teilnehmenden stationären Händler weiter, wenn sie die passenden Artikel in ihrem Geschäft vorrätig haben. Das selbst erklärte Ziel von Zalando ist es, von einem Onlinehändler zu einer Modeplattform zu werden.

 28. Oktober 2016

Designermode per App im Laden mieten

Das US-amerikanische Unternehmen Rent the Runway hat in New York den größten seiner mittlerweile sieben Läden eröffnet und mit viel Digitaltechnik ausgestattet. Dort können Kunden Designermode nicht kaufen, sondern mieten. An einem Empfangstresen, der Apples „Genius Bar“ ähnelt, können Kunden online bestellte Ware abholen, zurückgeben oder Umkleidekabinen reservieren. Im „Dream Closet“-Bereich lädt eine Videowand derweil zum Stöbern ein. Über eine hauseigene App können sich die Kunden des Weiteren informieren, welche Kleidungsstücke in der Filiale verfügbar sind, und einen Conciergeservice nutzen, der sie bei der Artikelauswahl berät.

 13. Januar 2017

Integration des Online- in den Offlinestore

Das deutsche Unternehmen Urbanara hat in der Düsseldorfer Carlstadt seinen ersten Flagship-Store mit Heimtextilien und Wohnaccessoires eröffnet. Der Onlinestore wurde hierbei so in den stationären Verkaufsraum übertragen, dass sich die sieben Produktgruppen des Onlineshops in den Zonen des stationären Shops wiederfinden. Zudem bietet Urbanara den Kunden die Möglichkeit, die gewünschten Produkte per Tablet zu bestellen und sie sich nach Hause liefern zu lassen. Im Falle von Sortimentshighlights gibt es Postkarten zum Mitnehmen mit QR-Code, über die die Produkte nachträglich online bestellt werden können.

 25. November 2016

Amazon baut ersten Drive-in-Supermarkt

Mit der Planung von stationären Lebensmittelmärkten setzt der E-Commerce-Händler Amazon seine Offlineoffensive fort. In Seattle wird nun der erste eigene Abholmarkt errichtet. Kunden können ihre Produkte vorab online bestellen oder sich ihren Warenkorb vor Ort per Tablet zusammenstellen lassen. Der Supermarkt ist zwischen 7 und 22 Uhr für Kunden geöffnet und bietet die Möglichkeit, Einkäufe in der Filiale oder im Drive-in entgegenzunehmen. Um längere Wartezeiten zu vermeiden, stehen den Kunden für die Abholung Zeitfenster zwischen 15 Minuten und zwei Stunden zur Verfügung.

 11. Oktober 2016

Flagship-Store für zwölf Stunden

Der schwedische Entwickler neuartiger Zahlungstechnologien iZettle hat in London einen Pop-up-Shop eröffnet, der es sechs der kleinsten Unternehmen des Landes zwölf Stunden lang ermöglichte, ihr Konzept zu präsentieren. Der Pop-up-Shop war für sechs Tage geöffnet und wurde immer nachts einer kompletten Verwandlung unterzogen, um den Anforderungen des nächsten Anbieters gerecht zu werden. Zu den teilnehmenden Unternehmen gehörten Fox + Belle, ein Label für digital bedruckte Accessoires, und Boskke, ein Start-up, das über Kopf hängende Pflanzen für Innenräume kreiert, die hier erstmals einem breiten Publikum zugänglich gemacht wurden.

 5. Dezember 2014

Pop-up-Shop im Coworking-Space

Die Bekleidungsmarke Argent verkauft ihre Produkte auf den Coworking-Flächen von WeWork. Von dieser Kooperation mit WeWork erhofft sich Argent, eine Beziehung zu Unternehmern, Freelancern und Start-ups aufbauen zu können, die als Zielgruppen oft schwer erreichbar sind. Dabei haben sie vor allem so genannte Fempreneurs im Visier – Frauen, die auf der Suche nach eleganter Bürokleidung sind, aber nicht genug Zeit haben, einkaufen zu gehen. WeWork bietet an mehreren Standorten Coworking-Flächen an, und Argent kann diese Flächen im Rahmen der Kooperation als mobile Pop-up-Stores nutzen.

 1. November 2016

Verkaufsmaschine für Smart Glasses

Snapchat hat mit dezentralen Verkaufsaktionen den Vertrieb der App-eigenen Smart Glasses „Spectacles“ gestartet. Statt Vorbestellungen anzunehmen, kurbelt das Unternehmen den Hype um das 130 US-Dollar teure Produkt mit Verkaufsmaschinen im poppigen Roboterlook an. Die Standorte der Verkaufsmaschinen können nur über die Firmenwebseite in Erfahrung gebracht werden. Die in die Brille integrierte Kamera erlaubt es den Nutzern, zehnsekündige Videos aufzunehmen und direkt mit ihren Freunden oder in ihrer Story auf Snapchat zu teilen.

 21. November 2016

Mixed Reality wird zum Kundenerlebnis im Geschäft

Microsoft setzt in einer Hamburger Filiale des Elektronikeinzelhändlers Saturn seine Augmented-Reality-Brille HoloLens ein, um die Kunden bei ihrem Einkauf zu unterstützen. Die Aktion begleitet die Eröffnung des neuen Flagship-Bereichs von Microsoft bei Saturn. Besuchern wird hier die Möglichkeit gegeben, die Brille zunächst in einem dafür eingerichteten Demoraum auszuprobieren. Anschließend können sie sich mit der HoloLens auf der Verkaufsfläche frei bewegen und sich über die dafür entwickelte App zusätzliche Informationen zu den einzelnen Produkten, so etwa Produktspezifikationen, Zubehör und Funktionen, anzeigen lassen.

 12. Dezember 2016

Pop-up-Stores in Postfilialen

Die australische Post bietet E-Commerce-Unternehmen die Möglichkeit, in den Postfilialen kleine Flächen zu mieten, um ihren Bekanntheitsgrad zu erhöhen. Diese Flächen beinhalten ein kleines Regal, in dem Produkte präsentiert werden, und einen Screen, über den der Kunde den jeweiligen Onlinestore aufrufen kann. Betreut werden die Pop-up-Stores von Promotionpersonal, das etwas über das Unternehmen erzählen kann. Auf diese Weise hilft die australische Post Unternehmen, die einen großen Anteil am Versandaufkommen haben, dabei, noch mehr Popularität zu erlangen.

 8. Januar 2016

Zalando integriert stationäre Geschäfte

Zalando gibt nun auch stationären Geschäften die Möglichkeit, ihre Produkte online anzubieten und aus ihren Filialen zu versenden. Im Rahmen eines Pilotprojekts nehmen in Berlin der Adidas Performance Store in der Tauentzienstraße und Bodycheck im Einkaufszentrum Alexa am vernetzten Handel teil. Kunden können die Waren über die Zalando-App „ZipCart“ bestellen, woraufhin noch am selben Tag die Versendung aus der Filiale erfolgt. Damit wird den Kunden mehr Auswahl und eine schnelle Lieferung geboten, während Zalando den Weg Richtung Onlinemarktplatz weiterschreitet.

 17. Juni 2016